Bundesrepublik Fleischland

Fleischatlas 2014

Einigkeit und Recht und Schweine Schlachtung

Deutschland ist Europameister im Schweine schlachten. Beim Rinder schlachten haben wir es immerhin auf Platz 2 geschafft. 700 Millionen Tiere werden jährlich in unserem Land getötet. Und damit endet meist eine qualvoll gelebte Existenz.  

Dies sind nur ein paar traurige Fakten aus dem aktuellen Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung. Dort gibt es außerdem einen Bericht über Dumping-Schlachten made in Germany. Großbetriebe zahlen Leiharbeitern aus dem Osten der EU Billiglöhne für die Drecksarbeit, die ungefähr so aussieht: 

Rinder werden meistens mit einem Bolzenschuss betäubt, Schweine mit Gas oder der Elektrozange. Anschließend werden die Tiere mit Kehlenschnitt getötet. Dabei ist die Betäubung oft Mangelhaft oder fehlt sogar ganz.
Die Schlachtung der Hühner ist stärker automatisiert.  Sie werden in ein elektrisch geladenes Wasserbecken getaucht und per Stromschlag betäubt. Arbeiter hängen sie in ein „Schlachtband“ ein. Von hier an übernimmt die Maschine die Zerlegung der Körper. 

Na, dann guten Appetit!

Vom ethischen Aspekt mal abgesehen ist der Massenkonsum auf allen Ebenen schädlich. Er führt zu einer industrialisierten Landwirtschaft von der nur wenige internationale Konzerne profitieren. Agrarflächen werden für Tierfutter benötigt. Die Fleischproduktion macht krank (Stichwort Antibiotika, Hormone, Pflanzenschutzmittel) und zerstört die Umwelt.

Wer also demnächst überlegt, sich nebenbei beim Grillwalker eine Bratwurst reinzuziehen. Der sollte doch bitte überlegen, ob das wirklich notwendig ist. 

Man muss nicht gleich zum Veganer werden. Aber nur einmal Fleisch in der Woche zu essen ist leichter als man denkt. 

Ich möchte jedenfalls diesen traurigen Titel abgeben. Lasst uns gemeinsam etwas dagegen unternehmen!

(Quelle Fleischatlas 2014)

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12 Kommentare

  • glanzundgloria sagt:

    Ich bin seit knapp 20 Jahren Vegetarierin und wann immer ich Beiträge wie deinen lese, weiß ich sofort wieso: wir leben in einer Konsumgesellschaft, die nicht nur viel Schrott produziert, sondern auch auf wunderbar vielfältige Weise Essen bietet: es gibt für wirklich jeden Geschmack etwas, und zwar auf rein pflanzlicher Basis, ohne jemanden dafür töten zu müssen. Warum also auf Fleisch bestehen, wenn wir soviel anderes leckeres essen können? Naja, alles nicht neu, aber ich wundere mich bei solchen Zahlen einfach immer wieder, wer das viele Fleisch eigentlich vertilgt …

    • Ken Takel sagt:

      Ich auch. Leider stopfen sich viele das Fleisch einfach unreflektiert rein nach dem Motto: Wieso soll ich die vegetarische Option nehmen, wenn ich auch die Fleischversion haben kann….

  • Andrea sagt:

    Sowas kann man wirklich nicht mehr essen! Schrecklich! Aber leider gibt es noch genug Menschen, die Todesangst und lebenslange Folter gern per Wurst und Co zu sich nehmen.

  • © A. K. sagt:

    Ich find das immer wieder sehr heftig zu lesen.
    Eigentlich liebe ich es zu Essen, aber mir vergeht schon seit Monaten der Apetit sobald ich Fleisch sehe. Ich weiß einfach mittlerweile schon zu viel.
    So esse ich nur sehr selten Fleisch.

    Seit Montag hab ich mir vorgenommen einen Monat lang vegan zu leben und zusätzlich auf Dinge wie Weißbrot oder Konservierungsstoffe und ähnliches zu verzichten.
    Leider muss ich jetzt erstmal warten bis mein nächstes Gehalt kommt und werd bis dahin versuchen immer weiter auf so viele tierische Dinge wie möglich zu verzichten.
    Aber auch das ist so traurig, dass man sich fast dazu gedrängt fühlt bei finanziellen Engpässen auf die Massenfabriken zurück greifen zu müssen.

    Alleine ist es schwer, aber wenn es immer mehr Leute gibt, die sich dafür einsetzen wird es immer leichter. Ich hoffe, dass der Bio-Hype nicht vergeht sondern prdouktiv ausgebaut und gelebt werden kann.

  • Elvira sagt:

    In meiner Tageszeitung hieß es zu dem Thema, dass der bei uns zurückgehende Fleischkonsum nicht der verschwindend kleinen Gruppe Vegetarier/Veganer geschuldet wäre, sondern der Erhöhung des Fleischpreises. Da blieb mir doch glatt die Spucke weg. Wenn ich die Inserate von den diversen Supermärkten sehe und mitbekomme, wie billig Fleisch ist, dann frage ich mich, wo es denn bitte eine Erhöhung gegeben hat. Nun bin ich als vegan lebende Frau über die Entwicklung der Fleischpreise nicht auf dem Laufenden, aber bei diesen Dumpingpreisen kaufen viele Kunden eher Ekelfleisch statt regionales Obst/Gemüse. Ich glaube ja, dass die meisten Menschen sich von ihrer Ernährung eh abgespalten haben. Es wird einfach gegessen. Gedanken machen sich nur wenige. Bei der Demo bin ich natürlich wieder dabei!

  • aussteiger sagt:

    der verbraucher ist doch selbst schuld: “der verbraucher ist heute aufgeklärter, als je zuvor und er hat das recht, selbst zu entscheiden was er kaufen will und was nicht! über angebote, welche der gebildete verbraucher im regal liegen lässt, freut sich der bildungsferne konsument und da er unsere produkte nicht versteht, kauft er auch gerne, was er gar nicht braucht. für die zunehmende verblödung der gesellschaft kann man nicht die lebensmittelindustrie verantwortlich machen.” so argumentieren die vertreter der herrscher über die lebensmittel, zuletzt in der sendung “hart aber fair” oder in der dokumentation “schmutzige schokolade” und geben ihre eigene verantwortung an den “verblödeten” verbraucher ab. die von den essensfälschern systematisch über den tisch gezogenen, verarschten und oft betrogenen konsumenten hoffen nun auf eine regelung unserer politiker (ampel-kennzeichnung).
    mehr hierzu: http://campogeno.wordpress.com/2014/01/22/selbstbestimmung-fur-dumme-verbraucher/

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