Das neue Berlin

Als ich in Berlin aufgewachsen bin, gab es weder Potsdamer Platz noch Hackescher Markt. Nur Baustellen. Die Mauer war gerade gefallen und die Stadt war ein gefühltes Dorf. Die S-Bahnen hatten noch Holzbänke und Türgriffe an denen man surfen konnte. Party haben wir in besetzten Häusern oder im Grunewald am Lagerfeuer gemacht. Die Postleitzahlen waren noch fünfstellig und die Busnummern zweistellig. Weggehen war quasi umsonst. An jeder Ecke gab es Konzerte und alternative Partys. Langsam entwickelte sich die legendäre Clublandschaft (Rauchfreie Zonen waren undenkbar).

Kurz: wir hatten alles was wir wollten. Berlin war unsere Stadt. Aber wir konnten ja den Hals nicht voll kriegen!
Trotzdem haben wir uns immer geärgert, dass unsere coole Stadt nie internationale Anerkennung wie die anderen Weltmetropolen New York, Paris, oder London genossen hat. 
Doch wie heißt es so schön: Be careful what you wish for, ‚cause it might come true. Jetzt sind wir eine Tourismus-Weltmacht mit all seinen Nebenwirkungen. Mir gefällt das natürlich auch nicht und ich habe nicht mehr das Gefühl, dass Berlin meine Stadt ist. Jetzt wohne ich nur noch hier.

Ich mache es mir aber nicht so leicht, die Schuld nur den Yuppies und Touristen zu geben. Viele gute Freunde von mir sind schließlich Zugezogene. Es ist halt leider das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Das ist das neue Berlin.

Neues Berlin1

Tell ‚em Alpa:


Mehr gute Berlin Songs gibt’s hier.


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7 Kommentare

  • mcwinkel sagt:

    Kannte die Nummer nicht, halte Alpa Gun aber für nen korrekten Dude. Hab‘ mal ein Interview gesehen, wo er über seinen Struggle mit Sido gesprochen hat… seitdem bin ich mir bei Sido nicht mehr so sicher. In Blutzbrüdaz war Alpa auf jeden Fall der beste Schauspieler, ich glaube, der passt in die Welt.

  • mcwinkel sagt:

    … tschja, tatsächlich! Keine Ahnung, Aksimet mag Dich offenbar nicht! 😉
    Hab‘ Dich befreit…

  • Marianne sagt:

    Schöner Artikel, ich kenne das Gefühl gut.

    Schizophrenerweise bin ich „Altberlinerin“ und „Wieder-Zugezogene“ gleichzeitig, so dass ich mir ganz oft die „Am I part of the cure, or am I part of the disease“ Frage stelle.

    • Ken Takel sagt:

      Danke. Ist schon komisch alles. Es gab auch mal ne Zeit da hatte ich kein Bock mehr hier zu wohnen. War dann ein Jahr in Spanien. Jetzt sind die Spanier hier :o) Momentan gefällt’s mir aber wieder ganz gut. Sich permanent aufregen nützt ja auch nichts.

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