Der 66-Seen-Weg – Organisation, Kosten, Vorbereitung

Traumpfade – Der 66-Seen-Weg um Berlin

Der 66-Seen-Weg ist ein Fernwanderweg in Brandenburg.

Er startet in Potsdam und führt über etwa 420 Kilometer einmal um die Hauptstadt. 

Etappen

Wie man sich die 420 km aufteilt ist jedem selbst überlassen. Je nach Quelle werden 14 bis 20 Etappen angegeben. In meinem Hikeline – Wanderführer* sind es 20 Etappen.

Ich habe hauptsächlich auf Zeltplätzen übernachtet und die Strecke in 18 Tagen zurückgelegt. Im Schnitt bin ich circa 25 km gelaufen.

Es ginge bestimmt auch schneller aber wenn man nicht ultraleicht unterwegs ist und sein Zelt und Verpflegung dabei hat, dann ist man mit 25 km pro Tag schon gut beschäftigt.

Alternativ könnte man als Berliner auch jeden Tag zu Hause übernachten. Der Weg ist so konzipiert, dass man die Start- und Endpunkte aller Etappen mit der BVG oder Regionalbahn erreichen kann.

Im Norden verläuft der Weg relativ eng am Stadtrand, die südliche Runde ist etwas weiter entfernt. Ich vermute, dass nur die allerwenigsten Menschen den gesamten Weg am Stück laufen.

Man kann den Trail problemlos ganzjährig gehen und sich die Strecke z.B.  wochenendweise aufteilen.

Übernachtung und Infrastruktur

Im Internet und in den Wanderführern werden zahlreiche Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten aufgelistet und durch die Nähe zur Hauptstadt rechnet man eigentlich mit einer guten Infrastruktur. 

Aber wer denkt, man könne einfach loslaufen und spontan eine Unterkunft finden (wie ich es eigentlich immer mache), den muss ich enttäuschen.

Pandemiebedingt war in diesem Sommer 2020 natürlich einiges ausgebucht. Aber mancherorts gab es auch weder Zeltplatz noch Alternativen.

Hier hat man nur zwei Möglichkeiten:
Mit BVG/Regionalbahn nach Hause zu fahren oder wild zu campen.

Wild zelten ist in Brandenburg für eine Nacht erlaubt. Ausgenommen von dieser Regelung sind Gärten, Höfe, private Flächen und Naturschutzgebiete.

Das klingt erstmal super. Allerdings war es vor allem im Norden so, dass es kaum Einkehrmöglichkeiten gab, dass Läden geschlossen waren oder Ruhetag hatten und Dörfer teilweise so ausgestorben waren, dass ich nicht mal meine Wasserflasche auffüllen konnte. Einmal habe ich sogar Wasser aus einem See filtern müssen.

Aber ab Strausberg wurde die Versorgungslage zunehmend besser. Anfangs habe ich abends noch Trekking-Nahrung gegessen. Das war dann zum Glück im Süden nicht mehr notwendig.

Schwierigkeit 66-Seen-Weg

Man kann den Weg definitiv anfängerfreundlich gestalten, indem man ihn etappenweise geht und nach den Etappen zu Hause übernachtet. So bräuchte man lediglich einen Tagesrucksack. 

Ein “Thru-hike” erfordert etwas mehr Planung. 

Der Weg ist ganzjährig begehbar und technisch einfach. Meist läuft man auf schattigen Waldwegen. 

Wer alleine läuft, sollte sich auf Einsamkeit einstellen. Ich habe auf der gesamten Strecke keinen einzigen Wanderer getroffen, der den Weg am Stück gelaufen ist (wie ich es von anderen Fernwanderwegen kenne).

Gelegentlich habe ich Tageswanderer getroffen und natürlich Menschen in den Ortschaften gesehen (weitaus weniger als erwartet) aber die meiste Zeit war ich tatsächlich alleine.

Organisation & Packliste 66-Seen-Weg

Wenn man den Weg nur etappenweise läuft und zu Hause übernachtet, dann benötigt man nur einen kleinen Tagesrucksack mit Wasserflasche, Snacks und ggf. Regenkleidung. Im Sommer dürfen Badehose und Mückenspray definitiv nicht fehlen!

Wer den Trail komplett am Stück wandern möchte, der kann sich an meiner Trekking Packliste für den Kungsleden in Schweden orientieren. Anschließend sollte man sich den Wegverlauf anschauen und sich eine Einteilung überlegen. 

Je fitter man ist, desto mehr Spaß hat man.

Das Gelände ist zwar flach aber 25 km pro Tag mit Trekkingausrüstung zu wandern sind nicht ohne. Wenn dann noch schlechtes Wetter dazu kommt, kann es ungemütlich werden.

Das Gute beim Fernwandern ist aber, dass man mit jedem Tag fitter und leichter wird.

Wanderführer und Navigation

Der Weg ist NICHT so gut markiert, dass man ihm durchgehend ohne Hilfsmittel folgen könnte. Im Süden sind die Markierungen besser als im Norden aber selbst hier gibt es lückenhafte Stellen. 

Auf den folgenden Seiten gibt es ausführliche Infos und GPX-Tracks zum 66-Seenweg: 

www.reiseland-brandenburg.de

www.wanderkompass.de

www.seenweg.de

Ich hatte zusätzlich den Hikeline – Wanderführer*. Den würde man nicht unbedingt brauchen aber er hat mir die Gesamtplanung erleichtert. 

Je nach Quelle variiert die Wegführung etwas. Mal gibt es eine Variante, mal eine Abkürzung oder Abstecher-Empfehlung. 

Für die GPX-Tracks habe ich die kostenlose Bergfex-App benutzt, die ich euch  dringend ans Herz legen kann. Sie liest die GPX Tracks aus, gibt ein Warnsignal ab, wenn man in die falsche Richtung läuft und einen anderen Klingelton, sobald man wieder auf dem korrekten Weg ist.

So braucht man nie aufs Smartphone zu schauen. Ich hatte mein Handy in der Hüftgurttasche meines Rucksacks und wenn ich mal eine falsche Abzweigung genommen hatte, kam umgehend das Warnsignal. Super praktisch! 

Kosten 66-Seen-Weg

Übernachtungen auf dem Zeltplatz kosten zwischen 7 und 15 Euro. Übernachtungen in Pensionen zwischen 35 und 60 Euro. Hinzu kommen Ausgaben für Verpflegung, Snacks und evtl. Sehenswürdigkeiten.   

Wer zu Hause übernachtet, muss lediglich die An- und Abreise mit BVG oder Regionalbahn bezahlen.

An- und Abreise 66-Seen-Weg

Für Berliner problemlos mit der BVG für Außenstehende mit der Bahn bis Potsdam Hauptbahnhof. 

Fazit 66-Seen-Weg

Als Berliner stand für mich immer fest, dass ich irgendwann den 66-Seenweg laufen möchte. Ich wollte mir das allerdings für die Rente aufsparen und meinen kostbaren Sommerurlaub für aufregendere Fernwanderziele nutzen.

Eine globale Pandemie hat ausgereicht, um die Idee doch früher umzusetzen. Und ich habe es nicht bereut. 

Ein abwechslungsreicher wenig bewanderter, wildromantischer Weg. Für mich als Hauptstädter war es besonders interessant, da sich nun die Nebelschwaden auf der Karte gelichtet haben.

Ich habe wunderschöne Seen und jede Menge Tiere gesichtet (leider oder zum Glück keine Wölfe). 

Mein ambivalentes Verhältnis zum Nachbarland ist allerdings geblieben. Nehmen einigen offenen und herzlichen Menschen bin leider auch diversen schroffen bis grimmigen Einheimischen begegnet. 

Nun habe ich eine gute Vorstellung wie es um Berlin herum aussieht und weiß an welche Orte es sich lohnt zurückzukehren. 

Ich bin den Weg am Stück gewandert aber es wäre bestimmt auch interessant sich den Trail auf die vier Jahreszeiten aufzuteilen. Dann käme man auf circa vier bis fünf Tage pro Saison. 

Der neue Slogan des Landes lautet: Brandenburg – es kann so einfach sein. 

Dem kann ich nur zustimmen. Erholsame Landschaften liegen nur eine S-Bahnfahrt entfernt. Schaut es euch an!

Mein Reisebericht folgt in Kürze.

Falls ihr noch Fragen zum 66-Seen-Weg habt, könnt ihr mir gerne auf IG oder per Mail schreiben.

Unterwegs auf dem 66-Seen-Weg

Teil 1 – Organisation, Kosten  Vorbereitung
Teil 2 – Von Potsdam nach Strausberg
Teil 3 – Von Strausberg nach Potsdam

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