Duell im ewigen Eis

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awesomatik auf Buchfühlung
Duell im ewigen Eis – Rainer-K. Langner
Scott und Amundsen oder Die Eroberung des Südpols

1911 treten die Polarforscher Scott und Amundsen unfreiwillig zu einem Wettlauf an, das letzte unerschlossene Stück Erde unseres Planeten zu erobern. Zwei ehrgeizige Forscher, starten zu einem Duell im ewigen Eis, aus dem nur einer lebend herausgehen wird.

Im Zeitalter von Google Earth und Eisbrechern kann man sich kaum vorstellen, dass der Südpol erst vor knapp 100 Jahren erobert wurde. Das letzte große Abenteuer in der Entdeckungsgeschichte unseres Planeten liest sich durch die Gegenüberstellung beider Expeditionen spannend wie ein Thriller.

Beide Forscher haben den unbedingten Willen den Pol als erste zu erobern. Hier enden aber schon die Gemeinsamkeiten. Der Wettkampf zwischen England und Norwegen ist auch ein Kampf um die richtige Expeditionsmethode zweier Persönlichkeiten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Auf der eine Seite der englische Soldat Scott, der mit Motorschlitten und Ponys anreist, Skier und Hunde zur Fortbewegung ablehnt und Schwierigkeiten mit der Personalführung hat.

Auf der anderen Seite ein gut organisierter Amundsen, der auf erfahrene Männer, gute Vorbereitung, leichtes Gepäck, Skier und Schlittenhunde setzt und nicht vor skrupellosen personellen Konsequenzen zurückschreckt, um sein Ziel zu erreichen. So ist jeder Zentimeter  im Eis ein Kampf. Mensch gegen Natur und Mensch gegen Mensch.
Die  ganze Dramatik der Südpoleroberung  wird  für den Leser besonders am Ende durch die Originalauszüge aus den Tagebüchern der Forscher kurz vor ihrem Tod spürbar. Der Schmerz der Niederlage und der bevorstehende Tod der britischen Expeditionsteilnehmer hinterlässt einen bleibenden Eindruck und hallt lange nach dem Zusammenklappen des Buches nach.

Fazit

Was gibt es Schöneres als mit einem warmen Tee im Bett zu liegen und eine atemlose Jagd zum Südpol zu verfolgen, bei dem die Protagonisten mit Temperaturen um die – 60 Grad zu kämpfen haben! Natürlich kann Langner der epischen Dimension der Polarexpeditionen auf 209 Seiten nicht gerecht werden aber ein guter Einstieg in die Thematik ist es alle Mal. Abenteuer pur – Best served cold!

Wertung 4/5

1. Geht gar nicht     2. Is OK     3. Gut    4. Richtig gut     5. awesomatik!

awesomatik Kuriosum

Eiskalte Buchtipps

Nicht weniger frostig und noch spannender ist der Erlebnisbericht „In eisige Höhen“ von Jon Krakauer über eine missglückte Mount-Everest Expedition. Packender geht es nicht (auch wenn man nicht an Alpinismus interessiert ist). Hier gibt’s meine Kurzkritik.

Wer mehr in das Thema Polarforschung einsteigen möchte, dem kann ich Dan Simon’s „Terror“  über die Suche nach der Nordwestpassage von Franklin und Crozier, ans Herz legen. Auf knapp 1000 Seiten bekommt man eine sehr  detaillierten und gut recherchierten Einblick in den Expeditionswahnsinn.
Leider hat Simon eine fiktive Geschichte um ein Eismonster einfließen lassen, so dass ich das Buch nur eingeschränkt empfehlen kann.

Antarktischer Filmtipp

Encounters at the end of the world von Werner Herzog. Eine Dokumentation über die verrückten Menschen, die sich so am Südpol herumtreiben (ob Forscher, Fahrer oder Köche).  Herzog meint, dass alle Querdenker den Äquator herunterpurzeln und am Südpol landen. Faszinierend. Nicht sein bester Film aber sehenswert in jedem Fall.

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Duell im ewigen Eis: Scott und Amundsen oder Die Eroberung des Südpols

 

 

 

 

 

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