Everest – Wie sieht es eigentlich auf dem Dach der Welt aus?

In den letzten Tagen sind mir eine Menge Everest-Artikel in den Feed geflogen und  ich fasse hier mal die interessantesten Sachen zusammen. 

Los geht’s mit einem beeindruckenden Clip von Elia Saikaly, der die ganze Epik der Everest-Gipfelerstürmung sichtbar macht, ohne dass man dafür das Leid und die Strapazen auf sich nehmen muss.  Angenehmerweise frei von schlechter Musik. 

Ich mag mir gar nicht vorstellen wie miserabel sich das da oben anfühlen muss. Der Sauerstoffgehalt im Körper ist in der Todeszone so gering, dass man fast wortwörtlich zu einem „Walking dead“ mutiert.

Ich konnte schon auf dem Gipfel vom Kilimandscharo kaum klar denken und habe mich nur in Zeitlupe bewegt und der ist knapp 3000 Meter niedriger mit viel angenehmeren Wetterbedingungen.

Weiter geht’s mit einem spannenden Abriss rund um die Logistik der kommerziellen Everest-Besteigungen. Dabei sollte man nie vergessen, das Sherpas den tödlichsten Job der Welt haben, den 80 bis 90 Prozent der Sherpa nicht freiwillig machen würde, wenn es eine Alternative gäbe. 

Wie viel kostet eine Everest-Besteigung?

Die günstigste Variante liegt aktuell bei circa 32 000 Dollar (ohne Reisekosten) aber man kann auch  bis 130 000 Dollar abdrücken. Wofür die ganze Kohle drauf geht, könnt ihr auf alanarnette.com nachlesen. Immerhin schaffen es die Sherpa zunehmend sich ihr „Stück vom Kuchen“ zu erkämpfen. 

Um die Todesrate am Berg zu senken werden immer wieder verschiedene Maßnahmen diskutiert wie ein Maximalalter (Ein Minimalalter gibt es schon: 16 Jahre). Mittlerweile wurden Solo-Besteigungen untersagt.  Letztes Jahr gab es sogar kurzfristig ein Verbot für Blinde und Doppelamputierte, das mittlerweile wieder aufgehoben wurde. 

Woher kommt die Faszination mit dem Everest?

Ben Ayers von der dZi-Stiftung sagt in dem lesenswerten Guardian-Artikel „Everest – is it right to go back to the top?“ von Carole Cadwalladr über den höchsten Berg der Welt:

It’s the great temple to the human ego. People impose their own ideas and their own dreams on to it. And in that, it’s a perfect reflection of the individualistic, capitalist society we live in. And it attracts that kind of people. Because it’s the biggest. It’s the Google of the mountain world.

Da ist bestimmt viel Wahres dran auch wenn ich denke, dass es für die Faszination des vermeintlich Unerreichbaren bestimmt noch tiefergehende Gründe gibt. 

Die Kommerzialisierung schreitet derweil weiter voran, obwohl China dieses Jahr ein Drittel weniger Genehmigungen verkauft, um sich diese Saison auf die Bergung von Müll (u.a. Exkrementen, Sauerstoffflaschen) und Leichen zu konzentrieren (In der Todeszone liegen derzeit immer noch circa 200 Leichen rum).

Das klingt für mich aber eher nach weiterer Professionalisierung, um später noch mehr Geld zu machen. Mehr dazu auf Rock and Ice

Abschließend die Kurzdoku Glory or Death, die zu dem Schluss kommt, dass jeder Mensch, der den Everest besteigen möchte, nicht nur bereit sein muss sein eigenes Leben zu riskieren, sondern immer auch das Leben der Sherpa, die ihm die Verwirklichung seines Traums überhaupt erst ermöglichen. Das ist mal ein ethisches Dilemma.

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