Kilimandscharo – Besteigung – Motivationstanz im Shira-Cave Camp

Tag 2

Vom Machame Camp zum Shira-Cave Camp

Nach einem leckeren Frühstück verlassen wir das Machame Camp. 

Wir lassen den Regenwald langsam hinter uns und kommen in die Heide- und Moorzone.

In unserer ersten Pause unterhalte ich mich mit einem anderen Wanderer, der sich kurzerhand als Berliner herausstellt! So klein ist die Welt.  Auf einmal schaut er mich an und sagt: du blutest aus der Nase. 
Na toll. Ich hatte mich gerade gefragt, was das für Flecken auf meinem Shirt waren. Nach meinen Knien jetzt schon der zweite Körperteil, der mich im Stich lässt. Aus psychologischer Sicht nicht gerade motivierend. Gut, dass ich mich im Vorfeld intensiv mit dem Thema Mentaltraining beschäftigt habe.  

Die Porter sind die echten Helden am Berg. Wie sie locker massive Gepäckstücke den Berg rauf und runter tragen ist immer wieder beeindruckend zu sehen. Manche schleppen sogar noch Ghettoblaster mit, um nebenbei Musik zu hören.  

Wir steigen derweil mit unseren Tagesrucksäcken gemütlich weiter. An jeder Ecke wird einem auf Suaheli „Pole, Pole“ gesagt, was soviel bedeutet wie „Langsam, Langsam“. Das beste Mittel um negative Begleiterscheinungen der Höhe zu vermeiden. 

Die Luft wird dünner!

Muskulöse Berliner unter sich.

Nach einigen Stunden erreichen wir das Shira Cave Camp. Früher haben die Menschen ohne Zelt in den namensgebenden Höhlen geschlafen. Da es häufig zu Todesfällen kam (aufgrund von Erfrierungen und Rauchvergiftung ), ist es mittlerweile verboten den Kilimandscharo ohne Zelt zu besteigen. 

Ein Geierrabe. Die sind riesengroß und frech. Wenn man im Zelt liegt und die ihre Flügel ausbreiten, hört sich das an als ob ein Drache abhebt. 

Das Wetter ist kalt und ungemütlich und ich bin völlig erschöpft. Es ist zwar relativ dunkel aber ich trage dennoch meine Sonnenbrille, weil mir die Augen weh tun. Unser Guide Benson schaut mich an und fragt mich „Are you hiding something?“.  Ich sage ihm, dass ich einfach nur K.O. bin. Er verordnet mir Ruhe und ich trolle mich in meinen Schlafsack.  

Zwei Stunden später geht es mir schon wesentlich besser. Am Nachmittag unternehmen wir eine Akklimatisierungswanderung bis auf 4000 Meter. 

Anschließend gibt es eine kleine Party im Camp, bei der der offizielle Kilimanjaro-Song angestimmt wird. Wir singen und tanzen und es schließen sich uns Wanderer aus anderen Gruppen an (siehe Titelbild). 

Ich habe mein Video leider versehentlich gelöscht aber die Songs werden im Laufe eines Treks regelmäßig von verschiedenen Gruppen angestimmt und ich habe eine schöne Version auf  youtube gefunden (Der Kili-Song beginnt ab Minute 1):   

Die meisten Locals, die am Kili arbeiten, kommen von der Chagga-Tribe und machen einen unglaublichen Job. Sie tragen schwere Lasten, sind aber trotzdem immer bestens gelaunt und haben abends noch die Energie Stimmung im Camp zu machen.

Auch wenn wir schon lange im Zelt liegen, hören sie noch draußen Musik und Fußball-Übertragungen (die lautstark kommentiert werden). Über die Dauer des Treks hat dieser Stimmenteppich auf mich eine beruhigende Wirkung entwickelt.  

Abends im Mess-Tent fühlt sich Chris miserabel. Er starrt apathisch ins Leere und wir machen uns alle Sorgen. Benson schaut ob er gefährliche Symptome der Höhenkrankheit aufweist und beschließt die Nacht abzuwarten. 

Mir geht es mittlerweile etwas besser aber der Tag und die Höhe haben mir zu schaffen gemacht und morgen geht es bis auf 4600 m.
So hoch war keiner von uns je gewesen.
Aber wie sagt unser Guide immer: „When you go to bed,  you just rest. You don’t think about the mountain, you don’t think about the summit, you just rest. Hakuna Matata“.

Wenn es nur so einfach wäre!

awesomatik auf dem Kilimandscharo

Teil 1 – Organisation, Kosten, Vorbereitung
Teil 2 – Die ultimative Kilimandscharo-Packliste
Teil 3 – Kilimandscharo Besteigung auf der Machame-Route
Teil 4 – Motivationstanz im Shira Cave Camp
Teil 5 – Die Luft wird dünner
Teil 6 – Die Stunden der Wahrheit
Teil 7 – Absteigen und Duschen

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