Traumpfad München-Venedig – Vom Inntal ins Pustertal

Etappen 9 bis 12

Vom Inntal ins Pustertal

Tag 10 – Lizumer Hütte zum Tuxer-Joch-Haus

Die Lizumer Hütte ist traumhaft gelegen aber Venezia is calling. Ganze 20 Tage liegen noch vor uns und so verlassen wir das Idyll (und den grummeligen Hüttenwirt.)  

After-Hike Party am Vortag.

Ein sehr schönes Arrangement von Jesus und einem Murmeltier. 

Simon und ich übernehmen heute die Vorhut mit einer Geschwindigkeit, die man schon als Speedhiking bezeichnen könnte.  

Vorbei an diesen flauschigen Alpenkühen und über eine Schotterpiste hinauf. 

So erreichen wir schon bald das Geierjoch (2743 m). 

Ein paar Süßigkeiten später düsen wir weiter. Dabei überholen wir eine singende Wandergruppe aus Tirol. 

Wir halten uns Richtung Südwesten, wandern durch sattes grün und steigen über feines Glimmergeröll steil auf zum Gschützspitzsattel (2657m). 

Hier schaut das von uns „Team Lörrach“ getaufte, dynamische Wanderpärchen Franzi & Michael gerade nach dem Weg. 

Es geht zunächst abwärts bis zu diesem idylischen Wasserfall bevor der letzte Anstieg zum Tuxer-Joch-Haus folgt. 

Nach einem etwas feuchten Start, erwartet uns herrlicher Sonnenschein an der Hütte. Der Blick zurück ist wunderschön. Das Panorama zum Spannagelhaus ist dagegen eher traurig. Hier hat der Ski-Zirkus schon erheblich zur Verschandelung beigetragen. 

Auf der Hütte folgen die üblichen Rituale. Im Matrazenlager einchecken, Klamotten waschen, lüften, trocknen, sich mit den Mitwanderern austauschen. 

Und mit Entsetzen feststellen, dass ich meinen Kulturbeutel auf der Lizumer Hütte habe liegen lassen (#Facepalm). Das fällt einem nix mehr zu ein. Zahnbürste, Sonnencreme, Deo. Alles weg! 

Naja, ist ja bloß Körperhygiene. Stört ja bestimmt keinen im 10er Dorm. *hüstel

Die beiden Farbtupfer im Vordergrund sind Sandra und Anna, die ich aber erst in den Dolomiten besser kennen lernen werde. 

Der Blick aus dem Matrazenlager.

Tag 11 – Vom Tuxer-Joch-Haus zur Dominikus Hütte

Gemeinsam mit der Weltklasse-Hornistin Magdalena starte ich in die 10. Etappe. In der Morgensonne geht es hinüber zum Spannagelhaus. 

Und über Geröllfelder weiter hinauf Richtung Friesenbergscharte.

Nach und nach versammeln sich alle MV-Wanderer auf der schmalen Scharte. Die Stimmung ist ausgelassen. 

Simon der Fashionista hat sein Wandershirt farblich mit den Socken abgestimmt. So viel Style muss sein.  

Dann geht es an der Steilwand bergab mit einigen seilversicherten Passagen. Aber alles machbar, Herr Nachbar. 

Durch mittelerdige Steinfelder spazieren wir Richtung Friesenberghaus.

Fun Fact: Die hellgrüne Verfärbung auf den Steinen ist Nasenschleim von Bergtrollen, die hier nachts ihr Unwesen treiben. 

Wir haben Österreich schon bald durchquert und nutzen die Gelegenheit im Friesenberghaus nochmal einen fantastischen Kaiserschmarrn zu essen. 

So kann man es aushalten. Und das beste ist: eine Zahnbürste kann ich mir hier auch kaufen!

Da wir gehört haben, dass die Olperer Hütte schon voll ist, machen wir uns direkt auf den Weg Richtung Dominikus-Hütte.  

Das Alpengasthaus Dominikus liegt direkt am Schlegeis Stausee in den Zillertaler Alpen. Ein netter Familienbetrieb mit Kindern und Hund. 

Hier kaum zu erkennen, eine Kletterroute, die die Staumauer hinaufführt. Auch einen klettersteig kann man entlang der Staumauer gehen (wenn man sich traut). 

Tag 12 –  Von der Dominikus Hütte zum Pfitscherjoch-Haus

Nach dem Frühstück ziehen Magdalena und ich los Richtung Italien. Heute ist unser letzter Tag in Österreich und die kürzeste Etappe der gesamten Tour steht uns bevor.  Dementsprechend entspannt gehen wir den Tag an. 

Die Grenze nach Südtirol. Im Hintergrund das traumhaft gelegene Pfitscherjoch-Haus, unsere heutige Endstation. 

Die Grenze wird streng von einer Kuhherde bewacht. Wir benötigen mehrere Anläufe bevor wir es nach Italien schaffen.

I heart hiking.

Da wir nach der kurzen Etappe noch viel zu viel Energie haben, beschließen wir noch die Rotbachlspitze mitzunehmen.

Wir legen unser Gepäck in der Hütte ab und dann geht es steil bergauf. Unterwegs hören und sichten wir einige Murmeltiere.

Nach 1,5 Stunden erreichen wir den Gipfel (2897 m) und tragen uns in das Gipfelbuch ein. 

Tag 13 – Vom Pfitscherjoch Haus nach Pfunders bzw. Weitental

Die 12. Etappe beginne ich ausnahmsweise mal in Topform.  

Schon bald habe ich das MV-Peloton hinter mir gelassen und hechte unbeschwert in der Morgensonne Richtung Gliederschartl (2644m). 

Beim Aufstieg ist mir der 14 jährige Jassi dicht auf den Fersen und seiner Mutter Elke mal wieder um Längen voraus.

Auf der Gliederschartl versammeln sich die üblichen Verdächtigen zu einem zweiten Frühstück. 

Fischi testet, ob sein Sauerstoffgerät noch funktioniert. 

Wer besonders motiviert ist, kann hier sogar ein Bad im Grindlberger See nehmen.  Ich verzichte, denn es liegt noch ein ganzes Stück Weg vor uns. 

Bayrische „Nationalmannschaft“ der Synchron-Hiker (Sogar mit Startnummer auf der Brust).

Die Etappe zieht sich dann doch noch ganz schön.

Als wir endlich K.O. in Pfunders ankommen, ist die Pension komplett ausgebucht. Auch ein Notlager ist nicht möglich. Es bleibt uns nichts weiter übrig als (nach einem Eis) eine weitere Stunde nach Weitental zu laufen.

Magdalena und ich irren noch im Ort auf der Suche nach einer Unterkunft herum, als uns Simon und Fischi anfunken, dass sie Schlafplätze für uns alle im Moar Hof gefunden haben. 

Am späten Nachmittag trifft nach einer Odyssee mit Umweg auch Sabrina im Hof ein, so dass unsere fünfer Gruppe wieder vereint ist.  Wir nehmen ein gemeinsames Abendessen ein, das von einem netten Hüttenwirt serviert wird und hauen uns anschließend in die Kojen. 

Fazit

Die Etappen vom Inntal ins Pustertal haben landschaftlich einiges zu bieten. Wer die erste Woche überlebt hat, kann nun auch anfangen den Traumpfad zu genießen.
Zudem kommt erstmalig echte Bergstimmung auf, da MV-Wanderer ab jetzt meistens über die gleichen Hütten geschleust werden. Man lernt sich besser kennen und passiert in der 12. Etappe sogar schon die Grenze nach Italien. So kann es weitergehen!

Tipps

  • Für die 11. Etappe kann ich als Alternative zur Olperer Hütte das Alpengasthaus Dominikus empfehlen. Bei Überbuchung könnte man außerdem auf das schicke Friesenberghaus ausweichen. 
  • Den Kaiserschmarrn im Friesenberghaus sollte man sich nicht entgehen lassen
  • Der Gasthhof Moar in Weitental ist nett und hat genug Schlafplätze, falls Pfunders mal ausgebucht sein sollte

Traumpfad München – Venedig

Teil 1 – Kosten, Organisation, Vorbereitung
Teil 2 – Die ultimative Packliste

Teil 3 – Von München ins Inntal
Teil 4 – Vom Inntal ins Pustertal
Teil 5 – Vom Pustertal nach Alleghe
Teil 6 – Von Alleghe nach Belluno
Teil 7 – Von Belluno nach Venedig

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