Wandern auf Rügen – Die Rügener Küsten Streckentour

Wandern auf Rügen

Dieses Jahr steht ganz ungeplant unter dem Motto „Inselhopping“. Nach Mallorca zu Ostern und Madeira im Sommer, ging es letzte Woche auf Wanderschaft nach Rügen!

Nur drei vergnügliche Zugstunden von der Hauptstadt entfernt, liegt im funkelnden Meer der Ostsee, die größte Insel Deutschlands.

Ein romantisches Eiland, das schon Caspar David Friedrich zu großer Kunst inspirierte. Da ich euch mein Gepinsel nicht antun wollte, habe ich mich auf das Fotografieren konzentriert.

Wie schade also, dass mir am letzten Tag meine Spiegelreflexkamera inklusive aller Bilder von hinterhältigen Räubern gestohlen wurde!

Statt eines unterhaltsamen Reiseberichts, gibt es deshalb nur ein paar lizenzfreie Bilder und eine Kurzzusammenfassung.

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Wandern auf Rügen

Unser Plan war es die Rügener-Küsten-Streckentour zu wandern. Ein in vier Etappen aufgeteilter Wanderweg vom Ostseebad Binz durch den Nationalpark Jasmund bis zum Kap Arkona (circa 70 km).

white-cliffs-209324_1280Dummerweise  hatten wir für die Woche nur eine Unterkunft gebucht, was sich für diese Tour als ungünstig erwies, weil die Ausgangspunkte zu den Tagesetappen nicht ohne weiteres zu erreichen waren.

Die ersten beiden Etappen haben wir aber gemeistert. Und auch für die übrigen Tage gab es genug Alternativen.

Etappe 1 – Binz nach Sassnitz

Die erste Etappe führt zunächst durch das größte Seebad Rügens, Binz. Vorbei an prächtigen Villen und entlang bekieferter Dünen wandert man wahlweise am Strand oder auf der Promenade bis zum Koloss vom Prora. Der 4, 5 km lange Nazibau, der nie komplett fertiggestellt wurde, beinhaltet mittlerweile eine Jugendherberge und diverse Museen und Kunstausstellungen. Außerdem werden einige Abschnitte des denkmalgeschützen Betonklotzes zu Ferienwohnungen luxussaniert.
Hat man das Ungetüm hinter sich gelassen, geht es wieder in den Wald, wo sich schon bald auf 40 ha das steinernde Meer bzw. die Feuersteinfelder ausbreiten. Anschließend geht es romantisch am Bodden bis nach Lietzow weiter, wo einen im Idealfall die Bahn nach Sassnitz erwartet.

Etappe 2 – Sassnitz nach Lohme

Im Hafen von Sassnitz kann man ein britisches U-Boot besichtigen und diverse Fischerboote bestaunen, bevor es in den Nationalpark Jasmund geht. Der kleinste Nationalpark Deutschlands besteht hauptsächlich aus einem traumhaft schönen Buchenwald, der sogar zum UNESCO-Welterbe zählt. Der Hochuferweg bietet eine ideale Aussicht auf die beeindruckenden Kreidefelsen. Lässt man den Wald hinter sich steht man plötzlich vor einem akkurat geschnittenen Rasenmeer, dem neu gebauten Golfplatz von Lohme. Eine Wanderung, die sich lohnt!

Ab hier ging es für uns leider nicht mehr weiter. Aber die gesamte Tour ist dringend zu empfehlen.

Wanderung von Binz nach Sellin

Wir wanderten stattdessen am nächsten Tag von Binz über das Jagdschloss Granitz bis zum Ostseebad Sellin (Titelbild). Eine Rundwanderung von circa 16 km.Das Jagdschloss Granitz, dessen von Karl Friedrich Schinkel entworfener Mittelturm den Berg überragt und weithin sichtbar ist.hunting-lodge-granitz-333360_1280

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Wer lauffaul ist, kann wahlweise auch mit dem „Rasenden Roland“ von Sellin zurück nach Binz fahren. Dessen Schnaufen hört man auf der Ostküste von Rügen immer wieder. Wie ein eisernes Ungeheuer, das im Wald haust.

Besuch des Naturerbe Zentrum Rügen

Wenn man schon in der Gegend ist, sollte man sich keinesfalls das Naturerbe Zentrum Rügen entgehen lassen. Neben dem erlebnisreich gestalteten Umweltinformationszentrum, sorgt vor allem der Baumwipfelpfad mit seinem 40 Meter hohen Aussichtsturm für die Begeisterung der Besucher.

Der Turm wurde einem Adlerhorst nachempfunden und ermöglicht einen phänomenalen 36o Grad Rundblick über die Insel.luftbild_hexacopter_sommer_nezr1

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DCIM100GOPRODer Blick auf den Bodden.sommerpanorama_nezr2

((c) Erlebnis AKADEMIE AG)

Fazit

Ob Strand- oder Wanderurlaub, nur wenige Zugstunden von Berlin wartet ein Naturerlebnis der Extraklasse. Meer, Wald und offenes Land.

Die Küsten-Streckentour, das Naturerbezentrum oder der Strand bieten jede Menge Abwechslung und wenn das Wetter mal schlecht sein sollte, kann man eins der zahlreichen Wellnessangebote nutzen. Gerade außerhalb der Hauptsaison lohnt sich der Besuch. Weniger Menschen und geringere Kosten.

Nur auf seine Kamera sollte man Acht geben. Auch im Inselparadies gibt es Diebe. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Verbrecher von ihrem schlechten Karma eingeholt werden. 

Mehr weltweite Inspirationen in meinem Reisetagebuch!

Links und Infos:

Die Rügener Küsten-Streckentour
Flyer Naturerbe Zentrum Rügen

Mehr Optionen gibt es im Rother Wanderführer Rügen. 

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10 Kommentare

  • Stefanie sagt:

    Ach, wie toll! Da muss ich unbedingt auch mal wandern. 70 km in 4 Tagen klingt aber nicht gerade sportlich. Hast Du eine Einschätzung (auch wenn Du´s ja nicht exakt gelaufen bist), wie viel Zeit sich ein Durchschnittswanderer idealerweise nehmen sollte?).

    Gemein übrigens mit Deiner Kamera!

    • Ken Takel sagt:

      Also ich würde auf jeden Fall vier Tage einplanen. Es klingt nicht so weit aber wir haben für die Etappen meist deutlich länger als veranschlagt gebraucht und das bei sehr kurzen Pausen.
      Außerdem möchte man nicht durchrennen. Es gibt unterwegs eine Menge zu sehen und zu entdecken. Und man kann an einigen Orten wunderbar pausieren um zu malen, zu sinnieren oder zu fotografieren…

  • Rügen scheint toll zu sein. Vielleicht sollte ich da auch mal hin…

  • Ach ja, Rügen… steht auch schon seit Jahren auf unserem Wunschzettel…

    Mein Beileid zur gestohlenen Kamera. Wir werden immer wieder gefragt, was uns hier in Rumänien schon alles geklaut wurde (In drei Wochen bisher nichts, wieso?) – vielen Dank für die Erinnerung, dass man dafür nicht weit weg fahren muss! 🙂

  • Nachdem ich auch meine Mutter (+Hund) für Rügen begeistern konnte, haben wir das für Mai angedacht. Ich werde dann berichten!

  • Anna sagt:

    Oh, schön! Rügen! Ich erinnere mich dunkel, ich war einmal dort als ich noch ganz klein war. Aber die Steilküsten sehe ich immer noch vor meinem inneren Auge. Toller Bericht! 🙂

    Herzlich,
    Anna

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