Peaks of the Balkan – Organisation, Kosten, Vorbereitung

Peaks of the Balkan

Der “Peaks of the Balkan” (PoB) ist ein atemberaubenden Dreiländerrundweg, der sich über 192 Kilometer erstreckt und durch die Gebiete von Albanien, Kosovo und Montenegro schlängelt.
Der Weg ist in 10 Etappen unterteilt, lässt sich nach Belieben in kürzere oder längere Varianten anpassen.

Beste Reisezeit: Anfang Juni bis Mitte Oktober.

Übernachten & Verpflegung

Die Infrastruktur auf dem Weg ist sehr gut. Nach jeder Etappen bieten bewirtschaftete Hütten Abendessen, Frühstück und Lunchpakete an und verfügen in der Regel auch über Duschen und Strom und gelegentlich W-lan. Lebensmittelgeschäfte gibt es dagegen nur an einer oder zwei Stellen.

Die Mitführung eines Zeltes ist nicht notwendig. Wer aber lieber im Zelt, unterm Tarp oder in der Hängematte schläft, kann dies auf dem Weg auch problemlos tun. Das Aufstellen von Zelten ist außerhalb des Nationalparks erlaubt.

Organisation

Ihr kennt mich als jemand, der keine große Freude an übermäßiger Planung hat. Aber selbst für meine Verhältnisse war die Vorbereitung dieses Mal absolut minimal. Denn eigentlich hatte ich geplant, den südlichen Kungsleden mit Zelt zu laufen. Doch je näher das Datum der Abreise rückte, desto schlechter war die Wetterprognose. Als ein paar Tage vorher immer noch täglicher Dauerregen für die kommenden Wochen angezeigt wurde, entschied ich mich für Plan B. Das Wetter in Berlin war schon unattraktiv genug. Ich wollte noch etwas vom Sommer haben.

Den “Peaks of the Balkan” hatte ich schon eine Weile auf dem Schirm. Eine kurze Internetrecherche ergab, dass in Tirana, Temperaturen um die 42 Grad herrschten.
Auch nicht gerade optimal zum Wandern aber in der Bergregion, sah es schon besser aus. Also kaufte ich mir drei Tage vor Abreise einen Rother Wanderführer und buchte einen Flug nach Albanien. Da vor Ort laut Reiseführer gute Infrastruktur vorhanden sei, entschied ich mich dafür, das Zelt zu Hause zu lassen.
Ansonsten habe ich nur einen Hostel-Platz für meine erste Nacht in Shkodra gebucht. Das wars.

Ausrüstung

Der eine mag es ultraleicht, der andere komfortabler. Übernachtet ihr in Unterkünften, benötigt ihr nur das Nötigste.
Hier ist meine Packliste dafür.
Wer mit Zelt oder Tarp unterwegs ist, muss naturgemäß etwas mehr dabei haben. Dafür könnt ihr euch an meiner Packliste für den Kungsleden orientieren.

Wanderführer und Kartenmaterial

Der hervorragende Rother-Wanderführer lässt bei der Tourenplanung keine Wünsche offen und enthält alle Infos, die ihr benötigt (inklusive GPS-Tracks). Hier findet ihr auch diverse Varianten, wie ihr die Tour verkürzen oder verlängern könnt. 

Ich hatte neben dem Wanderführer und den GPS-Tracks kein zusätzliches Kartenmaterial. Das ist aus meiner Sicht nicht notwendig.
Der Weg ist relativ gut gekennzeichnet aber es gibt immer mal wieder Stellen, wo man gerne auf die GPS-Tracks zurückgreift.
Ich habe bei einem GPS-Daten-Anbieter eine Offline Weltkarte gekauft und habe mir im Vorfeld die Karten der gesamten Region heruntergeladen. So konnte ich mobile Daten und  Akku sparen.

Kosten

Noch ist Albanien eines der günstigsten Balkan-Länder aber das wird bestimmt nicht mehr allzu lange anhalten. Der internationale Tourismus boomt. Die steigenden Kosten in den klassischen europäischen Urlaubsländern treiben viele neue Menschen in die Region. Und das Land stellt sich darauf ein. An jeder Ecke wurde gefühlt gebaut. Auch in den Bergen habe ich einige Baustellen gesehen. Straßen werden verlegt und neue Gebiete erschlossen, Hütten und Hotels hochgezogen.

Auf dem “Peaks of the Balkan” solltet ihr für eine Übernachtung mit üppiger Halbpension aktuell circa 30 bis 35 EUR (Stand 2023) einkalkulieren. Lunchpakete könnt ihr ggf. dazu buchen. Wer zeltet kommt natürlich deutlich günstiger weg. Lebensmittel und Gastronomie sind in der Regel sehr preiswert.
Gezahlt wird hauptsächlich in Bar. Dafür solltet ihr genug Lek einplanen. Montenegro und Kosovo haben keine eigene Währung. Hier wird in Euro gezahlt (dies ist auch in Albanien möglich).

Das teuerste war für mich die Anreise nach Tirana. Vor Ort solltet ihr berücksichtigen, dass Albanien noch kein EU- Mitgliedsstaat ist und euch eine lokale Sim-Karte besorgen (Ich habe es auf die harte Tour realisiert als die erste Datenwarnung zu Roaming-Gebühren kam!).

Alles in alles ein (noch) sehr budgetfreundliches Reiseziel. Vor allem verglichen mit den Alpen.

An- und Abreise

Zur erreichen ist das Wandergebiet am einfachsten über die drei nächstgelegenen Städte Shkodra (Albanien), Peja (Kosovo) und Plav (Montenegro). Diese sind wiederum per Pkw oder Bus/Bahn zu erreichen und an die Flughäfen Tirana (Albanien), Prsihtina (Kosovo) und Podcorica (Montenegro) angebunden. 

Ich bin nach Tirana geflogen. Dabei sollte man seine Ankunftszeit im Auge haben. Denn der Bus von Tirana nach Shkodra fährt nur zwischen 6 und 18 Uhr (Dauer circa 1.45 Stunden). Von Shkodra nach Theth (dem Startpunkt des PoB) fahren Minibusse (circa 2,5 bis 3 Stunden).

Vorbereitung

Eine gewisse Grundfitness, und eine positive Einstellung sind für jede Wandertour empfehlenswert. Die längeren Etappen waren in der Mittagshitze auch schonmal etwas schweißtreibender aber nichts, was ein durchschnittlich fitter Mensch nicht bewerkstelligen könnte.

Sollte man die Tour mit dem Zelt planen und ein paar Kilos mehr im Rucksack transportieren, dann kann etwas Beintraining im Vorfeld nicht schaden.

Ich treibe zwar regelmäßig Sport (Bouldern, Yoga, Fitness), mache aber vor meinen Touren gerne mal solche Youtube – HIIT-Trainingsprogramme um die Beinmuskulatur feinzutunen.

Man bekommt die Tour bestimmt auch im Kaltstart hin, aber je fitter ihr seid, desto mehr könnt ihr es genießen.

Fazit

Da meine Anreise mehr als spontan war, hatte ich keine Ahnung, was mich erwarten würde. Ich war aber absolut positiv überrascht und begeistert.
Majestätische Berge, kristallklare Flüsse, grüne Täler, malerische Dörfer und gastfreundliche Einheimische.

Der Peaks of the Balkan Trail verspricht in jedem Fall ein unvergessliches Abenteuer für Wanderer, die die Schönheit und Vielfalt des Balkans erleben möchten.
Hier findet man auf den Hütten immer noch das familiäre Gemeinschaftsgefühl, wie man es in den Alpen zunehmend vermisst. Und das zu deutlich günstigeren Preisen.

Was gibt es spannenderes als in 10 Tagen durch drei faszinierende Länder zu wandern und dabei die einzigartige Kultur, Natur und Geschichte des Balkans zu entdecken?
Absolute Empfehlung!

Peaks of the Balkan

Teil 1 – Kosten, Organisation, Vorbereitung
Teil 2 – Die ultimative Packliste

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