Die ultimative Kilimandscharo Packliste

Ich hab für euch die ultimative Packliste für das Abenteuer Kilimandscharo zusammengestellt. Vom Scheitel bis zur Sohle. Wenn ihr damit nicht auf den Gipfel kommt, dann weiß ich auch nicht!

Grundausrüstung wie Zelt, Isomatte, Schlafsack sowie Koch- und Essutensilien werden von den meisten Anbietern gestellt. Einige Sachen kann man auch vor Ort mieten. 

Ihr solltet auf alles vorbereitet sein aber denkt auch daran, dass jemand große Teile eurer Ausrüstung bis zum Basecamp und zurück tragen wird. Zuviel sollte es also auch nicht sein.
Überschüssiges Material kann man aber auch für die Dauer des Climbs im Hotel lagern. 

Taschen & Accessoires

– Duffelbag (60 -90 L)
– Tagesrucksack (max 35L)
– Schlafsack (Falls nicht vom Tour Operator gestellt)
– Matte (Falls nicht vom Tour Operator gestellt)
– Aufblasbares Kopfkissen
– Wanderstöcke (Je nach Präferenz)
– Stirnlampe (optional noch eine Lampe fürs Zelt)
– Wasserflasche und Trinkblase (Insgesamt 3 Liter Kapazität)
– Sonnenbrille

Das allerwichtigste ist warm zu schlafen. Schlafsäcke für diese Temperaturen sind extrem teuer. In Deutschland kann man sowas aber auch beim Outdoorverleih mieten.
Wir haben glücklicherweise sehr gute Schlafsäcke von Ahsante Tours gestellt bekommen. Die waren für eine Temperatur bis – 35° konzipiert und trotzdem haben wir in den höheren Camps noch unsere Jacken darüber gelegt. Dennoch waren die Schlafsäcke absolut top. Von anderen Leuten habe ich aber gehört, dass sie nachts bitterlich gefroren haben. 

Ihr solltet unbedingt eine Trinkblase UND eine Wasserflasche mitbringen. Am Gipfeltag war das Wasser in unseren Trinkblasen nach circa einer Stunde komplett eingefroren. Wenn man seine Wasserflasche in eine Wollsocke steckt, kann man diesen Prozess eine ganze Weile hinauszögern. Zudem sollte man wegen der Höhe sowieso eine Menge trinken. Ich habe jeden Tag locker fünf Liter weggesoffen.

Bekleidung

– Warme wind- und wasserdichte Funktionsjacke
– Leichte winddichte Jacke
– Leichte Regenjacke
– Fleece
– Funktionspullover/Midlayer
– T-Shirts
– Unterwäsche
– Thermounterwäsche
– Laufleggins

– Wanderhose
– Regenhose
– Jogginghose o.ä. für das Camp

– Wandersocken
– Wasserdichte Wanderstiefel
– Gamaschen (optional)
– Leichte Sportschuhe für die Zeit im Camp
– Leichte Handschuhe und warme Handschuhe
– Sonnenhut / Cap / Buff
– Warme Mütze

Im Vergleich zu anderen Bergen sind die Wetterbedingungen am Kilimandscharo meist ziemlich angenehm. Dennoch sollte man auf alles vorbereitet sein. Wie immer gilt das Zwiebelprinzip. Lagen, Lagen, Lagen. So kann man sich schnell an jede Wetteränderung anpassen. Und bloß keine Baumwolle.

Persönliche Gegenstände

– Hygieneartikel
– Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor / Lippenpflege
– Insektenspray
– Desinfektionsmittel für die Hände
– Wasserreinigungstabletten oder Tropfen

– Feuchttücher /Klopapier
– Hirschtalgstift /Melkfett o.ä. 
– Snacks / Energy-Riegel / Beef Jerky
– Ohrenstöpsel

– Medikamente (z.B. Diamox, Ibuprofen, Kohletabletten)
– Erste Hilfe Set (Falls nicht vom Anbieter gestellt)
– Hustenbonbons / Lutschpastillen
– Ausweis/Pass Fotokopie
– Dokument mit Notfallbenachrichtigungsnummern
– Reisetagebuch
– Buch
– Genug Bargeld  und Briefumschläge (für die Trinkgeldübergabe)

Wir waren sieben Tage ohne Dusche auf der Machame Route unterwegs, da sollte man das Desinfektionsmittel nicht vergessen! Auf jeden Fall gute Engergy-Riegel einpacken. Ich hatte dummerweise nur eklige dabei (die meisten schmecken ja leider scheiße). Früher habe ich immer Oat King Riegel* gekauft (am liebsten die Sorten Schokolade und Aprikose/Joghurt) aber mein Supermarkt hat sie aus dem Sortiment genommen und dann hatte ich vergessen mir rechtzeitig welche zu bestellen. Die schmecken sehr gut und geben ordentlich Power. So musste ich mir meine Riegel reinzwingen.

Was ich nicht dabei hatte aber schmerzlich vermisst habe, waren Bonbons oder Lutschpastillen, die den Speichelfluss anregen. Ich hatte durch die staubige, dünne Luft sieben Tage einen trockenen Hals, was vor allem nachts extrem unangenehm war. 

Ich hatte Wasserreinigungstabletten dabei, habe aber erst vor Ort gemerkt, dass der Reinigungszyklus zwei Stunden dauert. Das ist zu lange, wenn man erst morgens sein Wasser bekommt. Ich habe mir dann immer Tropfen von meinem Zeltnachbarn geliehen, die mit 30 min deutlich schneller gewirkt haben. Wahrscheinlich könnte man das Wasser aber auch so trinken, weil es sowieso vorher durch den Wasserfilter geht. Ich hatte jedenfalls weder Probleme mit dem Essen noch mit dem Trinken. 

Elektronik

– Telefon
– MP3 Player (inkl. guter Playlist /Hörbüchern / Podcasts)
– Kopfhörer

– Fotoapparat/ Kamera
– eReader (falls ihr nicht analog lest)
– Powerbank /Ersatzakku

dsc01591

Meine Lieblingsteile

Ich denke das wichtigste Teil von allen ist ein guter Schlafsack, den aber sehr viele Touren-Anbieter stellen. Worauf ich sonst noch ungern verzichtet hätte, sind die folgenden Sachen: 

– Meine Fjällräven Herren Jacke Sten, das ich auch immer in Berlin trage. Leicht, winddicht und auch noch stylish. Ein täglicher Begleiter.
– Meine Decathlon Funktionswinterjacke*. Es muss nicht immer teure Markenkleidung sein. Diese warme, wasserdichte und atmungsaktive Jacke, hat mich sicher durch die eiskalte Gipfelnacht gebracht. Sie hat viele praktische Funktionen und kostet gerade mal 60 EUR. Auch perfekt für den Berliner Winter auf dem Fahrrad. 
– Meine Merrell All out Crush Tough Mudder Schuhe. Die wiegen so gut wie nix und haben einen super Grip. Perfekt fürs Camp.
– Meine Jogginghose für Netflix und Chill Feeling im Zelt. 

– Mein aufblasbares Kopfkissen. Eigentlich nebensächlich aber man verbringt so viel Zeit im Zelt, da will man es am Ende gemütlich haben.
– Mein The North Face Base Camp Duffel Bag M* (siehe oben). Sehr robust. Es passt eine Menge rein und sieht auch noch geil aus.
– Mein schrottiger MP3 Player. Leicht und unendlich Akkulaufzeit.
– Mein Hirschtalgstift*. Normalerweise schmiere ich mir bei langen Wanderungen immer die Fersen damit ein, um Blasenbildung zu vermeiden. Am Kili habe ich den Stift aber umfunktioniert. Die Luft ist dort so staubig, dünn und trocken, dass nach ein paar Tagen meine Lippen und die Nase komplett rissig waren. Ich habe mir daraufhin immer das Gesicht damit eingerieben. Da gibt es bestimmt auch vegane Alternativen. Sollte man dabei haben.

Ich hatte das Glück, dass ODLO mich mit astreiner Funktionswäsche ausgestattet hat. Besonders zwei Teile habe ich vom ersten bis zum letzten Tag getragen. Das eine war ein langärmeliges, weiches und wärmendes Oberteil, das ich jede Nacht zum Schlafen verwendet habe und am Gipfeltag drunter hatte. Das andere war ein Midlayer, den ich hier auf dem Foto (rechts) trage. Der war federleicht, vorne winddicht, hinten aber angenehm luftig und hatte eine leichte Kapuze, die nicht zu warm war aber vor Sonne und Wind geschützt hat.

dsc01575

Da fliege ich um den halben Planeten und dann treffe ich direkt am ersten Tag diesen Berliner Soldaten, der sich vorgenommen hatte, an seinem 40. Geburtstag auf dem Gipfel zu stehen (und es auch geschafft hat) und seine Ausrüstung selbst getragen hat. Trainiert hat er, indem er mit Gepäck den Berliner Teufelsberg rauf und runter gerannt ist! 

Mit dieser Packliste solltet ihr perfekt für den Kili gewappnet sein. Technische Bergsteiger-Ausrüstung wird nicht benötigt. Wer gerne wandert, wird die meisten Sachen auf der Liste sowieso schon besitzen, so dass sich die Ausgaben wenigstens hier in Grenzen halten.

awesomatik auf dem Kilimandscharo

Teil 1 – Organisation, Kosten, Vorbereitung
Teil 2 – Die ultimative Kilimandscharo-Packliste
Teil 3 – Kilimandscharo Besteigung auf der Machame-Route
Teil 4 – Motivationstanz im Shira Cave Camp
Teil 5 – Die Luft wird dünner
Teil 6 – Die Stunden der Wahrheit
Teil 7 – Absteigen und Duschen

 

*Partnerlink

6 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*