Alpenüberquerung Salzburg-Triest – Organisation, Kosten, Vorbereitung

Salzburg – Triest

Die Alpenüberquerung Salzburg-Triest ist ein von Christof Herrmann etablierter transnationtaler Fernwanderweg, der auf rund 500 km über die gesamten Ostalpen bis ans Mittelmeer führt. Er schlängelt sich in 28 Etappen durch drei Nationalparks, vier Länder und sieben Gebirgsgruppen.

Ich habe keinen Ruhetag eingelegt und bin die Strecke in 26 Tagen gelaufen. Je nachdem welche Varianten oder in welcher Geschwindigkeit ihr geht, könnt ihr auch weniger oder mehr Zeit einplanen. Unter 25 Tage wird es sportlich, es sei denn ihr seid Ultra-Runner.

Alleine oder mit Partner/Gruppe ?

Aus Sicherheitsgründen ist es natürlich immer wünschenswert in den Bergen mit Partner zu wandern.
Für ein solches Unterfangen müsste ein potentieller Wanderfreund jedoch einige Voraussetzungen erfüllen.

– Sie / Er muss vier Wochen Zeit haben
– Sie / Er sollte auf einem ähnlichen Fitnesslevel sein (damit meine ich möglichst fit)
– Sie / Er sollte auch bei widrigen Bedingungen (wie u.a. schlechtem Wetter, Schmerzen, Krankheit) eine positive Einstellung behalten
– Sie / Er sollte selbst möglichst viel Lust auf dieses Abenteuer haben

Bei mir scheitert die Suche nach einer geeigneten Begleitung meist am ersten Punkt. Aber ich gehe auch gerne alleine. 

Im Vergleich zum Traumpfad München-Venedig, wo ich sehr viel in Gesellschaft gelaufen bin, waren auf dieser Strecke  deutlich weniger Wanderer, die die gesamte Strecke gelaufen sind. 

Ich habe zwar auch einige Menschen kennengelernt aber bin dennoch 95% der Zeit alleine gelaufen.

Je größer die Wandergruppe ist, desto wichtiger wird es, Unterkünfte im Voraus zu reservieren, da es auf einigen Abschnitten zu Engpässen kommen kann.

Organisation

Ich habe im Gegensatz zu vielen anderen Wanderern wenig Freude an Tourenplanung. Bei mir beschränkt es sich meistens darauf einen Wanderführer zu kaufen, meinen Rucksack zu packen und drauf los zu laufen. Ich habe keine Lust Reservierungen vorzunehmen, um dann in einem rigiden Korsett zu wandern. Möchte man z.B. doch spontan eine Etappe doppeln, müsste man komplett alles umbuchen.

Anderseits habe in den letzten Jahren feststellen müssen, dass die Alpen immer populärer werden und die Hütten häufig überbucht sind. Erschwerend kam die Corona-Pandemie hinzu, die im letzten Jahr Reservierungen auf den Hütten verpflichtend gemacht hat.

Für Solo-Wanderer findet sich meist noch ein Plätzchen aber wer zu zweit oder in der Gruppe unterwegs ist, wird um Reservierungen nicht herum kommen.

Ich habe dieses Mal einen Kompromiss aus Sicherheit und Flexibilität gewählt und habe nur die Hütten für die ersten paar Tage reserviert. Am Ende war es tatsächlich schwerer Unterkünfte in den Orten zu finden als Hüttenschlafplätze. Einmal musste ich deshalb in einem sehr teurer Hotel übernachten (Tarvisio) und einmal habe ich hinter Duino auf einem Zeltplatz übernachtet (Ohne Zelt, auf dem Fußboden).

Ansonsten braucht ihr nur eure An- und eventuell Abreise zu planen und euren Rucksack zu packen (Siehe Packliste). Fertig!

Wanderführer und Kartenmaterial

Der hervorragende Rother-Wanderführer von Christof Herrmann lässt bei der Tourenplanung keine Wünsche offen und enthält alle Infos, die ihr benötigt (inklusive GPS-Tracks).
Viele weitere Tipps zur Strecke findet ihr außerdem auf seinem Blog einfachbewusst.de.

Ich hatte neben dem Wanderführer kein extra Kartenmaterial. Der Weg ist definitiv nicht durchgängig gekennzeichnet (wie beispielsweise der Traumpfad München-Venedig). Ich habe mich deshalb häufig auf die GPS-Tracks verlassen. Die waren auch nicht immer zu 100 % zuverlässig und ziehen über das Handy viel Akku. Vor allem, wenn man auch noch Bilder macht. Bei längeren Etappen ist mir deswegen auch schon mal der Saft ausgegangen (Ich hatte aus Gewichtsgründen auf eine Powerbank verzichtet).
Angekommen bin ich trotzdem und bis auf ein paar kleinere Umwege, lief die Navigation relativ problemlos.

Kosten

Wandern in den Alpen ist leider eine teure Angelegenheit, die durch die zunehmende Wanderbegeisterung der Menschen immer kostenintensiver wird. Selbst die DAV-Mitgliedschaft schützt einen nicht vor teilweise absurd hohen Essenspreisen auf den Hütten.  

Während viele Hütten vor einigen Jahren noch Bergsteiger-Essen für Mitglieder zu angemessenen Preisen angeboten haben, hat dies nun absoluten Seltenheitswert. Durch den hohen Besucheransturm, wurde zudem vielerorts der  einstige Hütten-Charme durch lieblose Abfertigung ersetzt.

Wer DAV-Mitglied ist und sich (wie ich) sehr sparsam verhält (Keine Getränke auf der Hütte), kann mit circa 55,00 bis 60,00 Eur pro Tag rechnen. Circa die Hälfte der Etappen übernachtet man auf  Hütten, die andere Hälfte in Pensionen oder Hotels, die in der Regel ähnlich viel oder mehr kosten.  

Zur Halbpension muss man noch die restliche Verpflegung rechnen. Ich habe mittags eigentlich nur Obst, Riegel und selbstgeschmierte Brote gegessen. Man könnte sich auch Lunchpakete in den Hütten kaufen.

Wenn ihr also regulär in 28 Tagen durchwandert, DAV-MItglied seid und mit 55 EUR/pro Tag knapp kalkuliert, liegt ihr für diese unbezahlbare Tour bei  1540 EUR ohne Zusatztage und An- und Abreise. Die meisten Mitwanderer, die ich kennengelernt habe, haben deutlich mehr ausgegeben. 

Wer zeltet, hungert und weit vorausplant, kriegt es bestimmt auch günstiger hin. Ich habe allerdings niemanden getroffen, der die gesamte Strecke mit Zelt gegangen ist. 

An- und Abreise

Start- und Zielort sind verkehrstechnisch optimal angebunden. Ich bin mit der Bahn von Berlin nach Salzburg und auch von Triest nach Berlin zurück gereist.  Wer gerne mehr Co2 ausstößt, kann beide Städte auch per Flugzeug ansteuern (Ein Rückflug über Venedig wäre auch eine Option).

Vorbereitung

Eine sportliche Grundfitness, und eine positive Einstellung sollte man definitiv haben, damit die Tour nicht zur Tortur wird.

Idealerweise hat man schon Wandertouren in den Alpen gemacht, damit man einschätzen kann, was einen erwartet. 

Aber wenn man erstmal die ersten Tage hinter sich gebracht hat, gewöhnt man sich schnell an die Belastung. Wer unsicher ist, kann Ruhetage einplanen.  Die Etappen sind nicht übermäßig lang und lassen sich gut meistern.  

Hier und da gibt es einige ausgesetzte Stellen und seilversicherte Passagen. Die 20. Etappe in Slowenien war besonders adrenalinreich und teilweise sehr ausgesetzt. Aber wem das zu aufregend ist, kann hier eine Alternative laufen (Für mich aber eine der schönsten Etappen!). 

Da ich in Berlin im flachen Land lebe, gibt es wenig Möglichkeiten Höhenmeter zu trainieren. Ich treibe zwar regelmäßig Sport, habe mich aber speziell im Vorfeld mit diesem HIIT-Trainingsprogramm fit gemacht. Das ist sehr beinlastig und hat mir wirklich geholfen, den Weg gut zu meistern.

Fazit

Salzburg-Triest ist ein echter Traumpfad. Von den grünen Berchtesgadener Alpen bis in die steinige Bergwelt Sloweniens ist der Weg landschaftlich sehr abwechslungsreich. Ein finales Bad im Mittelmeer, setzt der Tour die Krone auf.  

Im Vergleich zum geselligeren Traumpfad München-Venedig, trifft man hier (noch) auf deutlich weniger Mitwanderer (was nicht bedeutet, dass die Hütten leerer sind). 

Der Pfad hat ein paar technisch anspruchsvollere Passagen. Aber nichts, was sich mit etwas Achtsamkeit nicht meistern ließe. 

Alles was ihr benötigt ist ein wenig Abenteuerlust und Freude am Wandern.  Auf welche Strapazen ihr euch freuen dürft, könnt ihr in Kürze in meinem Reisebericht lesen. 

Alpenüberquerung von Salzburg nach Triest

Teil 1 – Kosten, Organisation, Vorbereitung
Teil 2 – Die ultimative Packliste

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